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Stille Gedanken....

Über die Panik und wahnsinnigen Einkäufe hinaus, auch über die humorlosen Witze hinaus - die zur Zeit gekloppt werden, die ja alle aus der versteckten Angst hervorgerufen werden, ist alles still geworden. Still...Stille....worüber sich  die ganze Menschheit seit sehr - sehr Langem nicht mehr freuen konnte.

Draußen ist eine unbeschreibliche Stille nach dem Wahnsinn - was sich fälschlicherweise LEBEN genannt hat; die Menschen sind stehen geblieben. Denn das was wir bis zu dieser Corona-Pandemie erlebt haben, war nicht unser eigenes Leben! Jeder und jede von uns hat nach etwas oder nach jemandem gerannt, oder nach Geld .... nach Macht. Das Geld verleiht uns Macht und die Macht verschafft uns Geld; und weil wir uns mächtig fühlten, haben wir alles zertrampelt, ja wir sind  manchmal sogar über Leichen gegangen.

Jetzt müsste uns aber klar werden, dass das was wir bisher "gelebt“ haben, nicht unser eigenes Leben war. Die Menschheit hat ihre Seele verkauft: Sie hat verlernt zu lachen, sich zu freuen, mit anderen zu sympathisieren, andere zu tolerieren und vor allem - wir haben es vergessen was es heißt: VERSTEHEN und VERZEIHEN.

Jetzt aber ist uns "der Augenblick" gekommen: wir müssen uns isolieren. Das ist aber nicht unbedingt etwas Schlechtes. Es ist uns die Zeit gegeben um wieder zu uns selbst zu finden, mit uns selbst anzufreunden aber nicht nur, sondern mit anderen Menschen, besonders mit denen die wir lieb oder gern haben. Wir haben eine Zeit dafür bekommen, dass wir wieder einmal mehr Zeit für unsere Familien, für unseren Lieben haben, dass wir bewusst mehr Zeit mit Ihnen verbringen - ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen oder sogar ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Jetzt können wir uns selbst und anderen eine der wertvollsten Sachen schenken: Zeit, Verständnis, Freude und  Liebe!

Das Schicksaal, oder wie wir Christen Ihn Gott nennen, tut nichts zufällig. Dieser "Wahnsinn" wird  bestimmt auch gute Dinge hervorbringen. Für jetzt würde ich sagen: Es stirbt eine Welt um eine neue Welt entstehen zu lassen. Wir müssen das zulassen...Wenn wir  selbst nicht imstande sein werden, freiwillig  zu einen neuen Leben zu erwachen, dann werden wir eben gezwungen das zu tun. Wichtig ist jetzt die Frage...nicht die Antwort : Warum passiert uns all das?

Wenn wir einen Blick nach Außen werfen, dann sehen wir die Bäume, die Blumen, wir hören die Vögel zwitschern; sie sind nicht stehen geblieben! Sie leben ihr Leben ganz normal weiter, so wie Gott es veranlasst hat. Wir, die Menschen sind aber an einer Kreuzung unseres Lebens angelangt. So ging es nicht mehr weiter... immerzu geradeaus! Und die Antwort auf die Frage: Warum musste uns all das passieren, werden wir am Ende erhalten. Am Ende...nachdem diese "schwere Periode" vorbei sein wird. Wir dürfen und sollen es hoffen, dass es bald vorbei sein wird.

Tja, wenn der Mensch sich einbildet, mächtig wie Gott zu sein, dann fühlt sich Gott gezwungen eben durch einen winzig kleinen, unsichtbaren Virus uns zu zeigen wie begrenzt  wir in Wirklichkeit sind und oft sogar ohnmächtig. Er will uns dadurch nicht klein machen, Er will uns nicht demütigen, Er will uns nicht fertig machen! Nein...im Gegenteil: Er will uns liebevoll wach rütteln, Er will uns auf unsere Würde belehren, die er einem jeden von uns geschenkt hat und Er sagt zu mir:

Mensch, Du bist mein allerliebstes Kind! Du bist mein Augenlicht! Ich will Dir mein Licht und meine Liebe schenken. Nimm sie einfach, unentgeltlich an. Lass es zu, dass mein Licht in Dir aufleuchtet. Dann wirst Du Deine Würde wieder entdecken und mein Licht wird Dir zeigen, dass ich alles - aber wirklich alles - für Dich und für Deine Seele getan habe! Lass mein Licht in Dir und um Dich herum strahlen! Das erleuchtet und heiligt Dich. Das gibt Dir Deine echte Würde und dein echtes, eigenes Leben zurück. Dann wirst Du wieder als Mensch leben können und nicht wie ein ferngesteuerter Roboter!                                                                                       

                                                                                                                                                                                                Stefan Mate, Pfarrer