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Katholischer Männerverein Pfeddersheim 1895

 

                             Tag der Besinnung, Sonntag, 19. Februar 2017

Traditionell begeht der Katholische Männerverein Pfeddersheim (KMV) zu Beginn der Fastenzeit seinen Besinnungstag. Fastenzeit und Besinnungstag passen zusammen, sind doch beide dazu angelegt, das eigene Leben zu überdenken und gegebenenfalls das eine oder andere zu ändern.

 Nach der Feier der Heiligen Messe mit unserem geistlichen Beirat Pfarrer Stefan Mate ging es  hinüber ins Jugendheim zum Vortrag von Michael Korsmeier. Der Diakon hatte sich auch in diesem Jahr dankenswerterweise bereit erklärt,  den Denkimpuls zu geben. „Schuldbewusstsein und Verantwortungsgefühl  –  passt das noch in unsere Zeit?“ war die spannende Vorgabe für die spätere Diskussion. Alles fing bei Adam und Eva mit dem Sündenfall an und mit der etwas provokativen Frage: „Will Gott den Menschen reinlegen?“ – Das sicherlich nicht, war sich das Forum einig, hat doch ein Jeder seinen freien Willen. Dieser „freie Wille“ wird allerdings zurzeit in wissenschaftlichen Beiträgen, je nach (religiöser) Ausrichtung  in Frage gestellt, oder zumindest kontrovers diskutiert. Diakon Korsmeier machte in seinem Referat deutlich, dass eine „falsche Willensentscheidung“ nicht nur für den Einzelnen relevant ist, sondern dass die getroffene Entscheidung auch Andere betrifft.

  Natürlich hat sich mit der Digitalisierung vieles geändert. Man denke nur an die sogenannten sozialen Netzwerke wie Facebook, oder Twitter. Hier können im (vermeintlichen) Schutz der Anonymität Dinge geschrieben werden, die man so einem Gegenüber nie gesagt hätte. Hier kann, ohne zunächst Folgen befürchten zu müssen, „falsches Zeugnis wider den Nächsten“ abgegeben werden, machte Korsmeier aufmerksam. Umso mehr ist eine Norm- und Wertevermittlung im Elternhaus notwendig, war sich die Versammlung einig. Schuldbewusstsein und Verantwortungsgefühl  –  beides muss sich aus einem intakten Gewissen entwickeln. In diesem Zusammenhang verwies der Referent auf den „kategorischen Imperativ“ des preußischen Denkers Immanuel Kant. Dieser bedeutsame Philosoph der Aufklärung hatte in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts viele wegweisende Schriften verfasst. Der „kategorische Imperativ“ besagt: „Handle nach derjenigen Maxime durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Also ein moralischer Auftrag, sich in seinem Handeln so zu verhalten, dass es als Vorbild für das Verhalten vieler gelten kann, weil es sich nach einer gewissenhaften Prüfung des Gewissens als tragfähig erwiesen hat.

Der Wert menschlichen Lebens an sich, Vorurteile, der Begriff „Sünde“ in der heutigen Zeit, um die wichtigsten zu nennen,  waren weitere Stichpunkte, die in einer lebhaften Diskussion aufgegriffen wurden.    Gemeinsame ethische Bindungen zu erfahren, zu diskutieren und sie immer wieder in der praktischen Religionsausübung zu erneuern, ist eine der Zielsetzungen des Katholischen Männervereins Pfeddersheim 1895.                                                                                                                                                                                Joachim Bonath   

                                                                               

 

 

Wann wurde der KMV gegründet?

 

Um das genaue Gründungsdatum des KMV zu erfahren, durchsuchte  der Verfasser dieser

 

Zeilen alle Ausgaben des Wormser Tageblattes von 1895. Leider erfolglos.

 

Nun fand er in der Ausgabe vom 30. Januar 1896 einen Artikel über das 2. Stiftungsfest,

 

welches am Sonntag, 26. Januar 1896 stattfand.

 

Womöglich war der Gründungstag am Sonntag 27. Januar 1895?

 

Nachstehend der Bericht: